„Hier zeigt sich, dass das unermüdliche Engagement in der Jugendarbeit Früchte trägt. Seit einigen Jahren können wir ein nachhaltiges Wachstum verzeichnen. Eine wichtige Botschaft, dass es insbesondere im ländlichen Raum nicht am Feuerwehrnachwuchs mangelt und wir uns überhaupt keine Sorgen machen müssen, im Gegenteil“, sagte Minister Maier.
Mit 16 Jahren wechseln die meisten Jugendlichen aus den Jugendfeuerwehren nahtlos in die Einsatzabteilungen, wo sie bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres an die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren herangeführt werden. 2023 haben das 1327 Jugendliche geschafft. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 33.341 (2022: 32.971) ehrenamtliche und 1106 (2022: 1058) hauptberufliche Feuerwehrleute in Thüringen tätig. Somit sorgen über 400 Feuerwehrleute mehr als 2022 für unsere Sicherheit. Sie leisteten fast eine halbe Million Einsatzstunden (453.896 Stunden). „Auf diese Entwicklung bin ich stolz. Wir trotzen der demographischen Entwicklung, weil wir für bessere Bedingungen bei der Feuerwehr sorgen. Ich danke allen Feuerwehrmännern und -frauen für ihren täglichen Einsatz. Sie sind es, die sich neben der Polizei für den Schutz der Menschen im Land einsetzen. Dafür gebührt ihnen neben Dank großer Respekt“, so Maier.
Die Anzahl der Einsätze hat sich im Vergleich zu 2022 kaum verändert. Insgesamt wurden 38.032 Einsätze (2022: 37.337) verzeichnet – eine Steigerung von lediglich 1,9 Prozent. Mit 5039 Brandeinsätzen wurden weniger Brände registriert als im Vorjahr (2022: 5377). Im langjährigen Vergleich ist die Anzahl dennoch sehr hoch. In den vergangenen 20 Jahren wurde durchschnittlich etwa 3000 Brände jährlich gezählt. Der Großteil der Brände 2023 waren Kleinbrände (4124 bzw. 81,8%). Wesentlich weniger mussten die Kameradinnen und Kameraden zu Mittelbränden (734 bzw. 14,6 %) oder gar Großbränden (181 bzw. 3,6 %) ausrücken. Bei den Brandereignissen konnten die Feuerwehren 18 Menschen, die tragischerweise zu Tode kamen, nicht mehr helfen.
Den Großteil der Feuerwehreinsätze machen seit Jahren Hilfeleistungen aus. Dieser Trend hat sich auch 2023 fortgesetzt (26.646). Ob die Feuerwehrleute nun Menschen aus Notlagen befreien (3840 Einsätze), nach Verkehrsunfällen helfen (3533 Einsätze), Tiere retten (2055 Einsätze) oder der Polizei Amtshilfe leisten (1023 Einsätze) – immer öfter werden sie als Helferinnen und Helfer gebraucht. Allein für den Rettungsdienst mussten sie 4617 Unterstützungen leisten. Mit der Neufassung des ThürBKG hat der Gesetzgeber auf diese Tendenz reagiert. Künftig können zumindest für letztere Einsätze die Kosten erstattet werden. „Ein wichtiger Schritt zur Kostengerechtigkeit“, bezeichnete das Innenminister Maier.
Obwohl Brandschutz und Allgemeine Hilfe kommunale Pflichtaufgaben sind, unterstützt das Land Thüringen die Kommunen natürlich finanziell dabei. 2023 wurden Zuwendungsbescheide (einschließlich Verpflichtungsermächtigungen) in Höhe von fast 23 Millionen Euro ausgereicht. Zehn Millionen Euro entfallen dabei auf die Feuerwehrpauschale. Weitere zehn Millionen Euro hat der Freistaat 2023 in den Katastrophenschutz investiert. So konnten 17 Fahrzeuge angeschafft und die Ausstattung der vier dezentralen Katastrophenschutzlager verbessert werden.
Durch den Einsatz des Landes hat sich auch die Ausbildungssituation an der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS) verbessert. Im vergangenen Jahr wurden in 175 Lehrgängen 2860 Einsatzkräfte (2022: 2063) ausgebildet. Dieser positive Trend wird sich auch 2024 fortsetzen. An besonders stark nachgefragten Lehrgängen haben 2023 fast doppelt so viele Feuerwehrleute teilnehmen können wie im Jahr zuvor. „Da haben wir viel erreicht und werden da auch nicht nachlassen. Mit dem Projekt TLFKS 2.0 entwickeln wir die Schule kontinuierlich weiter – zum Wohle der Thüringer Feuerwehrleute und damit auch der Allgemeinheit. Denn nur gut ausgebildete Feuerwehrmänner und -frauen retten Leib, Leben und Eigentum und gefährden sich dabei nicht selbst“, sagte Innenminister Georg Maier.


