Innenminister Maier würdigt Einsatzkräfte beim Thüringer Feuerwehrverbandstag

Land Thüringen investiert fast 65 Millionen Euro für Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen

Bei der 98. Verbandsversammlung des Thüringer Feuerwehrverbands in der Erfurter Messe hat Innenminister Georg Maier vor rund 300 Delegierten den ehrenamtlichen Einsatz der Thüringer Feuerwehrleute gewürdigt und zentrale Vorhaben der Landesregierung für den Brand- und Katastrophenschutz vor-gestellt. Besonders hob er den Einsatz beim Waldbrand auf der Saalfelder Höhe bei Gösselsdorf Anfang Juni vergangenen Jahres hervor.

Georg Maier sagte: „Dass wir diesen Brand durch den unermüdlichen Einsatz mehrerer tausend Einsatzkräfte über mehrere Tage hinweg unter Kontrolle bringen konnten, bestätigt die sehr gute Arbeit, die wir seit Jahren im Brand- und Katastrophenschutz leisten. Es bestätigt auch die hervorragende Arbeit, die Sie alle – zusätzlich zu Beruf und Alltag – leisten. Besonders hervorheben möchte ich die Einsatzbereitschaft aller Beteiligten. Jede Gebietskörperschaft hat mindestens eine Katastrophenschutzeinheit gestellt. Verstärkung kam zudem aus Bayern. Das steht sinnbildlich für den Geist der Feuerwehr: gemeinsam anpacken, wenn unser Nächster Hilfe braucht.“

Fast 65 Millionen Euro für Sicherheit und Gefahrenabwehr

Ein Schwerpunkt der Rede war der Haushaltsplan 2026. Für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungswesen stellt das Land Thüringen insgesamt 64,8 Millionen Euro bereit. Davon entfallen:

  • 28 Millionen Euro auf die klassische Brandschutzförderung sowie Sachausgaben,
  • 12,3 Millionen Euro auf Maßnahmen im Katastrophenschutz,
  • 13,2 Millionen Euro auf die Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS) ohne Baumaßnahmen,
  • 4,6 Millionen Euro auf die Feuerwehrrente,
  • rund 6,7 Millionen Euro auf Information und Kommunikation sowie die Gefahrenabwehr in Tunneln.

Ausbau der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS)

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die Weiterentwicklung der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz. „Sie ist treibender Motor der Gefahrenabwehr in Thüringen“, sagte Maier.

Um die Ausbildung praxisnäher zu gestalten, wurde im Spätsommer 2025 ein Hochwasserschutz-Übungsdeich in Betrieb genommen. Zudem laufen die Vorbereitungen für den Bau der Eisenbahntunnelübungsanlage im nahegelegenen Crossen. 2026 startet die umfangreiche Bauvorbereitung, im Frühjahr 2027 soll der Rohbau entstehen. Die Fertigstellung des deutschlandweit einmaligen Übungstunnels ist für Ende 2028 geplant. Das Land investiert dafür fast 34 Millionen Euro.

Parallel treibt das Innenministerium die Sanierung und Erweiterung der TLFKS voran. Den Auftakt bildet ein neues Parkhaus mit 250 Stellplätzen, dessen Baubeginn für 2027 vorgesehen ist. Der gesamte Umbau soll bis 2036 erfolgen, damit der Lehrgangsbetrieb durchgehend weiterlaufen kann.

Geplant sind unter anderem:

  • ein vollständig barrierefreier Schulcampus,
  • moderne Lehrsäle und Fachkabinette,
  • zeitgemäße Unterkunftsbereiche,
  • eine moderne Mensa,
  • innovative Fachwerkstätten,
  • geräumige Fahrzeughallen,
  • ein neues Verwaltungsgebäude,
  • ein ausreichend dimensioniertes Parkhaus,
  • eine energetisch moderne Bauweise unter Berücksichtigung der Bestandsgebäude.

Seit 2019 haben sich die Teilnehmerzahlen in Bad Köstritz nahezu verdoppelt. Die TLFKS verfügt derzeit über 63 besetzte Planstellen. Für den Doppelhaushalt 2026/2027 wurden weitere Stellen angemeldet, um das Personalstrategiekonzept schrittweise umzusetzen.

Bevölkerungsschutz soll weiter gestärkt werden

Neben den Haushaltszahlen sprach Minister Maier auch über aktuelle und künftige Herausforderungen im Bevölkerungsschutz. „Krisen erfordern Vorbereitung und Strategie. Der Weg zum Ziel ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und wir laufen ihn als Team“, sagte Maier. Das Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung arbeitet derzeit intensiv an den Neufassungen der Verordnungen für den Brand- und Katastrophenschutz. Die Regelungen werden innerhalb der Bevölkerungsschutzabteilung abgestimmt und geprüft. Maier zeigte sich zuversichtlich, die wichtigen Verordnungen zeitnah in Kraft setzen zu können.

Neue Fahrzeuge und zentrale Beschaffung

Das Innenministerium entwickelt außerdem den Katastrophenschutz kontinuierlich weiter. Dazu gehören die Anschaffung zahlreicher neuer Fahrzeuge sowie die Einführung einer Stabsunterstützungssoftware. Nach den Worten des Ministers leistet das Land damit einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit in Thüringen. Zugleich kündigte Maier an, sich weiterhin für die Stärkung des Ehrenamtes sowie des Brand- und Katastrophenschutzes einzusetzen. Durch die Möglichkeit, Tragkraftspritzenfahrzeuge, Drehleitern, Tanklöschfahrzeuge und weitere Fahrzeugtypen zentral zu beschaffen, werde die kommunale Ebene entlastet. Auch die erweiterte länderübergreifende Kooperationsvereinbarung für zentrale Beschaffungen sei ein wichtiger Schritt.

Förderbescheide für den Thüringer Feuerwehrverband

Zum Abschluss seiner Rede übergab Innenminister Maier dem Vorsitzenden des Thüringer Feuerwehrverbandes, Karsten Utterodt, zwei symbolische Förderbescheide: 455.000 Euro als institutionelle Förderung sowie 50.000 Euro für die Mitgliedergewinnungskampagne. Maier sagte: „Ihr Engagement ist nicht selbstverständlich. Deshalb tun wir alles dafür, dass Ihre Arbeit die Anerkennung, Ausstattung und Unterstützung erhält, die sie verdient.“

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Katastrophenschutz in Thüringen

Es gibt Gefahren, die sich vorhersehen lassen, aber auch Notlagen, die plötzlich eintreten. In beiden Fällen sorgt der Thüringer Katastrophenschutz dafür, dass die Menschen im Land so früh wie möglich gewarnt und geschützt werden.

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