Umweltminister Bernhard Stengele: „Die Klimaveränderungen führen häufiger zu Wetterextremen wie Hochwasser und Überschwemmungen. Es ist wichtig, dass wir uns bestmöglich darauf vorbereiten. Thüringen setzt mit seinem Landesprogramm ‚Hochwasserschutz 2022-2027‘ zahlreiche Maßnahmen um: Natürlichen Hochwasserschutz durch mehr Raum für Flüsse genauso wie technischen Hochwasserschutz durch Deiche und Schutzwände. Wir haben das Weihnachtshochwasser vor einem Jahr in Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte vor Ort und in der Planung gut gemeistert. Dieser Übungsdeich stärkt unsere Vorsorge.“
Innenminister Georg Maier: "Entscheidend ist eine gut ausgebildete Hochwasserabwehr, in der die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften reibungslos funktioniert. Der Übungsdeich wird uns genau dies ermöglichen. Hier können die Abläufe im Hochwassereinsatz realistisch trainiert werden. Ob der Bau von Sandsackwällen, die Sicherung von Deichabschnitten oder die Behebung von Schadstellen – durch praxisnahe Schulungen wird es möglich sein, auch in kritischen Situationen schnell und sicher zu reagieren."
Um Einsatzkräfte noch besser auf mögliche Schadensbilder und Verteidigungsmaßnahmen vorzubereiten, wurden Wasserleitungen in den Übungsdeich eingebaut. So kann an verschiedenen Stellen Wasser austreten, punktuell und flächig. Für die Schulung der theoretischen Grundlagen zum Deichaufbau wird eine Schautafel aufgestellt. Das Vorhaben mit Baukosten in Höhe von ca. 350 000 Euro wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung 2021-2027 finanziert. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hat die Thüringer Landgesellschaft mbH mit der Durchführung des Vorhabens beauftragt.
Hintergrund:
Zum Schutz von Ortslagen hält Thüringen ca. 350 km Hochwasserschutzdeiche an den Gewässern erster Ordnung (größere Flüsse) vor. Im Hochwasserfall werden diese Deiche durch die gemeindlichen Wasserwehrdienste auf Schadstellen kontrolliert und verteidigt. Die Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz dient seit mehr als 30 Jahren der Aus- und Weiterbildung von feuerwehrtechnischen Einsatzkräften und Einsatzkräften mit Spezialaufgaben.


