Thüringenplan 2026: Innenministerium stärkt Katastrophen- und Zivilschutz

Resilienzplanung, moderne Strukturen und Schutz Kritischer Infrastruktur im Fokus

Im Rahmen des Thüringenplans 2026 setzt das Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung in diesem Jahr einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung des Katastrophen- und Zivilschutzes. Unser Ziel ist es, den Freistaat auch in komplexen und länger dauernden Krisenlagen handlungsfähig zu halten sowie für Naturereignisse, hybride Bedrohungen und infrastrukturelle Ausfälle bestmöglich vorzusorgen.

Dafür wird das Innenministerium die Katastrophenschutzstrukturen im Land modernisieren. Wir planen die Thüringer Katastrophenschutzverordnung anzupassen, sodass die Autarkiefähigkeit der Katastrophenschutzeinheiten durch den Aufbau zusätzlicher Unterstützungseinheiten gestärkt wird. Damit reagiert Thüringen auf häufiger werdende Großlagen durch Extremwetter, Vegetationsbrände oder langanhaltende Stromausfälle. Insgesamt soll der Katastrophenschutz in Thüringen modularer und flexibler werden. Nur so können Personal und Einsatzmittel effizient gebündelt und lageangepasst eingesetzt werden.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich moderne Gesellschaften sind – sei es durch Hochwasser, Waldbrände oder Energieengpässe. Sicherheit entsteht nicht erst im Ereignisfall. Sie beginnt mit kluger Vorsorge, klaren Strukturen und belastbaren Ressourcen“, erklärt Innenminister Georg Maier. „Mit dem Thüringenplan 2026 stärken wir den Schutz der Bevölkerung und machen Thüringen widerstandsfähiger gegen Krisen.“

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Hauses ist die Resilienzplanung im Bevölkerungsschutz. Ziel ist es, Staat und Gesellschaft besser auf außergewöhnliche Lagen vorzubereiten, um Auswirkungen frühzeitig zu begrenzen und Krisen wirksam zu bewältigen. Dazu wird das Innenministerium das landesweite Krisenmanagement überarbeiten und evaluieren. Zudem wird eine neue Krisenmanagementsoftware zur Unterstützung der Krisenstäbe der Landesregierung eingeführt. Die Fachleute in der neuen Abteilung Bevölkerungsschutz werden Entscheidungsstrukturen prüfen, Koordinierungsprozesse weiterentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen, Hilfsorganisationen sowie weiteren relevanten Akteuren gezielt stärken.

Parallel dazu bringt sich das Innenministerium in die Diskussion zum KRITIS-Dachgesetz zwischen Bund und Ländern ein, mit dem Ziel, einen wirkungsvollen Rechtsrahmen auch für Thüringen zu schaffen. Geplant ist darüber hinaus der Aufbau sektoren- und branchenspezifischer Arbeitskreise mit Betreibern Kritischer Infrastrukturen. Unternehmen und kommunalen Einrichtungen sollen noch besser in die Lage versetzt werden, ihre Infrastruktur selbst umfassend zu schützen. Dafür werden Zuständigkeiten und Verfahren der Zusammenarbeit präzisiert sowie Melde- und Kommunikationsstrukturen gestärkt. Insbesondere Energie-, Wasser-, Gesundheits- und Versorgungsstrukturen sowie Informationstechnik und Kommunikation müssen immer stabil bleiben.

Auch im Bereich der Zivilen Verteidigung bringt sich Thüringen aktiv ein. Der Freistaat unterstützt den Bund dabei, die gesamtgesellschaftlichen Resilienz zu stärken. Dazu stimmen sich Land und Bund eng ab. Gleichzeitig wird das Innenministerium landeseigene Strukturen so ausrichten, dass sie im Verbund mit bundesweiten Konzepten wirksam greifen.

Die finanziellen Mittel für die Modernisierung der Katastrophenschutzausstattung sind im Landeshaushalt eingeplant und werden zur weiteren Resilienzsteigerung der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehrbehörden im Land gezielt eingesetzt. So wird das Ausstattungsprogramm der Katastrophenschutzbehörden fortgeschrieben.

Hierzu sind 2026 folgende Beschaffungen geplant:

  • sechs Großtanklöschfahrzeuge vor allem für Waldbrände (drei Fahrzeuge wurden bereits ausgeliefert),
  • fünf Löschgruppenfahrzeuge KatS zur Brandbekämpfung und für die allgemeine Hilfe,
  • ein Abrollbehälter Führungsstab und fünf Einsatzleitwagen für die Führungsunterstützung des Landes,
  • zwei Gerätewagen Tauchen mit moderner Technik sowie
  • vier Mannschaftstransportwagen für die Katastrophenschutzzüge.

Außerdem wird weiterhin die landeseinheitliche Stabsunterstützungssoftware „CommandX“ auf die mobilen Führungseinheiten der unteren Katastrophenschutzbehörden und die Einsatzleitsysteme der Leitstellen und die Ressorts der Landesregierung ausgerollt. Damit wird es künftig auf allen Landesebenen ein einheitliches Stabsunterstützungssystem geben.

Mit dem Thüringenplan 2026 setzt das Thüringer Innenministerium einen sicherheitspolitischen Akzent. Der Schutz der Bevölkerung, robuste staatliche Strukturen und eine widerstandsfähige Gesellschaft bilden das Fundament eines zukunftsfähigen Freistaats.

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Katastrophenschutz in Thüringen

Es gibt Gefahren, die sich vorhersehen lassen, aber auch Notlagen, die plötzlich eintreten. In beiden Fällen sorgt der Thüringer Katastrophenschutz dafür, dass die Menschen im Land so früh wie möglich gewarnt und geschützt werden.

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