Zum Set kommt er immer zu Fuß. Für jemanden, der sich am liebsten in der Luft bewegt, ist das durchaus etwas Besonderes. Zum Interview dagegen war er schon wieder in seinem Element: Drago. Während er in seinem ersten Katastrophenfilm noch mit einer Starkstromleitung Bekanntschaft machte, ging es im zweiten Film höher hinaus. Wir haben mit ihm gesprochen: Über Filme. Über Drachen. Und über das Leben.
Drago, zum Interview hast du uns in schwindelereeeeegende Höhen mitgeschleppt. Wieso immer in der Luft?
Wieso nicht? Die Aussicht ist der Hammer!
Ja, sicher. Aber ein fester Stand auf festem Untergrund auf den eigenen Beinen ist doch auch nicht verkehrt, oder?
Um auf dem Boden der Tatsachen zu landen? Auf keinen Fall! Ich verstehe auch die Leute nicht, die nicht hoch hinauswollen. Mal im Ernst: Es ist ja nicht nur der Blick, der hier oben so genial ist. Die ganze Perspektive ist eine andere. Man nimmt die Welt anders wahr und viele Probleme, die uns im Alltag beschäftigen, werden buchstäblich klein. Fliegen ist Freiheit – ich denke, so einfach ist das.
Und doch spielst du in deinen Filmen Rollen, die alle in der Luft sterben.
Ich habe ja nie behauptet, dass es in der Luft keine Gefahren gibt. Wer hoch steigt, kann tief fallen – das ist schon klar. Aber wo, bitte schön, existiert ein Ort, an dem nichts passieren kann? Den gibt es nicht. Außerdem habe ich auch schon mal einen Wikinger gespielt. (lacht)
Du redest von Drachenzähmen leicht gemacht. Wieso einen Wikinger und keinen Drachen?
Hätte ich gerne. Habe aber die Rolle nicht bekommen.
In welchem Film hättest du gern mitgespielt. Lass mich raten: Dragonheart!
Oh Gott, nein. Als Drago am Ende stirbt – da musste ich echt heulen! Falls die Frage aufkommt, ob ich nach ihm benannt wurde: Nein, auch nicht. Aber weil du immer wieder nach Drachen fragst: Ich mag Drachen steigen lassen und Drachenfliegen, nicht die Fabelwesen.
Du magst keine Drachen?
Ich mag Katzen.
Was ist dein Lieblingsfilm?
Star Trek – die Filme und die Serien, ganz egal. Der Aufbruch ins Unbekannte, hinaus ins Universum. Das finde ich spannend.
Glaubst du, dass wir als Menschheit auch irgendwann dorthin gelangen?
Wer weiß. Ich würde es mir zwar wünschen, aber ob das klappt oder nicht, ist letztlich vollkommen irrelevant. Wichtig ist, dass wir davon träumen können.
Wichtiger, als wirklich dorthin zu gelangen?
Auf jeden Fall. Wenn wir davon träumen, erzeugt unsere Phantasie doch eine Welt, die wesentlich phantastischer ist als die Realität. Ich finde es mega spannend, wie sich Menschen dieses Unbekannte im Kopf, in Film und in der Literatur vorstellen und damit so verschiedene Welten erzeugen, die einfach viel schöner als die Realität sind. Natürlich ist das nur eine Vermutung, da niemand weiß, wie es in anderen Galaxien aussieht
Ein interessanter Gedanke. Kommen wir nochmal auf die Erde zurück: Du warst schon an vielen Orten der Erde und hast sie aus der Höhe angesehen. Wo ists am schönsten?
Hm (überlegt), schwierig zu sagen. Ich persönlich mag die französischen Steilklippen am Atlantik ebenso wie die Weißen Klippen von Niijima. Aber auch ein Flug über der Serengeti bei Sonnenuntergang – ein Traum! Klingt fast schon zu kitschig, um wahr zu sein.
Bist du auch schon mal in einem Sturm geflogen?
Nein. Das werde ich auch nie machen. Stürme, Orkane, Tornados und dergleichen sind richtig faszinierend, keine Frage. Aber zu glauben, man sei cool, wenn man sich ihnen nähert oder sich ihnen entgegenstellt, ist einfach nur dumm. Da ist es übrigens egal, ob in der Luft, an Land oder auf dem Wasser. Sobald es eine Sturmwarnung in meiner NINA-App gibt, bleib ich am Boden. Und ich rate jedem, das auch so zu machen. Bleibt drinnen, wenn’s draußen stürmt und spielt Halma, esst Süßigkeiten oder schaut euch Katastrophenfilme an. (lacht)
2012 wollte ich schon lange mal wieder sehen. Drago, ich danke dir für das Gespräch und wünsche viel Erfolg bei deinem nächsten Film.
Vielen Dank.


